was andere dazu sagen ...
Dieses Buch ist ein gut lesbares Werk zu allen Fragestellungen, die auf Eltern eines hörgeschädigten Kindes, oder deren LehrerInnen und BetreuerInnen zukommen.
Sowohl medizinisch- technischen Themen (z.B. Wie funktioniert das Gehör? Was ist Schall?), als auch autometrische Verfahren (z.B. Welche Untersuchungen muss mein Kind mitmachen? Wie soll ich die Ergebnisse deuten?) werden behandelt. Technische Hilfsmittel vom Hörgerät bis zum Cochlea-Implantat (CI) werden verständlich dargestellt. Jedem Kapitel sind Literaturtipps beigefügt. Karin Kestner und Olaf Fritsche bewegen sich sehr menschlich und sehr anschaulich rund um das Thema Hörschädigung. Selbst komplizierte Inhalte werden mit reichlich Beispielen und Metaphern deutlich gemacht.
Die pädagogische Diskussion um den Einbezug von Gebärden (DGS= Deutsche Gebärdensprache) in die Kommunikation kommt ebenfalls nicht zu kurz. Abschließend erhält man eine ausführliche Adressesammlung von Schulen und Ansprechpartnern.
Sehr empfehlenswert auch als Nachschlagelektüre!
PH-Studentin, 20.01.2006
Zuerst sind die Vorurteile da. Und Ängste. Jede Menge Ängste. Das, was man als Elternteil schon vermutet hat, wird vom Arzt bestätigt: Mein Kind hört nicht. Oder kaum etwas. Mein Kind ist behindert! Dieses Buch zur Hand zu haben ist dann außerordentlich beruhigend und hilfreich. Natürlich kann es das Kind nicht hörend machen. Aber will ich das überhaupt? Wie kann ich mein Kind annehmen, wie es ist. Wie kann ich ihm helfen, in einer hörenden Welt zurecht zu kommen? Was muss und kann ich tun? Wo finde ich Hilfe und Informationen auf viele spezielle Fragen? In diesem Buch werden endlich viele der Informationen komplett und verständlich dargestellt, die Eltern hörgeschädigter Kinder nach der Diagnose dringend suchen. Hier werden Denkanstöße gegeben und wird Mut gemacht.
Dieses Buch ist wichtig und es sollten tatsächlich alle Eltern kennen, denen ein Arzt gesagt hat, ihr Kind sei taub oder resthörig oder gehörlos oder stark schwerhörig. Denn es hilft. Es hilft, indem es Sorgen und Fragen aufnimmt und beantwortet: Was bedeutet es jetzt für mein Baby und später, wenn mein Kind groß ist, nicht hören zu können? Wie kann es selbstbewusst und selbst bestimmt leben? Es werden medizinische Gründe für das Nichthören erklärt, es werden weiterführende Literaturtipps und Erfahrungsberichte von Eltern gegeben, die in einer ähnlichen Situation vor einer Mauer der Unkenntnis standen. Es werden die diagnostischen Verfahren erläutert und mögliche Fragen genannt, die ein HNO-Arzt stellen könnte, so dass Eltern vorbereitet sind. Auch auf die verschiedenen Tests. Es werden Audiometrien und Reflexe erläutert und erklärt, was der Arzt wie aus den unterschiedlichen Diagrammen erkennen kann. So können Eltern mitreden. Auch über weitere Technische Hilfsmittel, die mittlerweile bis zum Cochlea-Implantat, einer teilimplantierten Hörhilfe reichen. Auch bei diesem kontrovers diskutierten Thema versuchen die Autoren möglichst sachliche Hilfestellung zu geben, ohne jedoch die Risiken und Argumente gegen das CI zu verschweigen. Eltern müssen sich eine eigene Meinung bilden. Und vielseitige Informationen erhalten, mehr als eine einzelne Fachmeinung des Arztes bekommen. Denn jede Familie kann und muss selber entscheiden, was für ihre Situation und ihr Kind richtig ist! Weitere Kapitel informieren über Beratungsstellen und Frühförderungszentren. Ganz wichtig ist auch das Kapitel über die Kommunikationsformen. Denn von einer für beide Seiten passenden Kommunikation hängt die Entwicklung des Kindes genauso ab wie die Zufriedenheit in der Familie. Finanzielle Tipps (welche Vergünstigungen gibt es für mein hörgeschädigtes Kind? Wann gilt mein Kind als schwerbehindert?) und Adressen einiger Schulen für Hörgeschädigte im Bundesgebiet runden dieses gelungene praxisnahe Hilfebuch für Eltern hörgeschädigter Kinder ab. Das kompetente Autorenduo, das sich aktiv für Hörgeschädigte einsetzt, schreibt und beschreibt sicher und informativ. Angenehm sachlich und gut verständlich werden selbst schwierige Themen angegangen: Der Journalist und Biophysiker Dr. Olaf Fritsche ist Spezialist für die Themen Gebärdensprache und Gehörlosenkultur und gibt seit Jahren Kurse für Hörgeschädigte. Mehr über Olaf Fritsche findet sich auf seiner Homepage Visuelles Denken. Karin Kestner ist staatlich geprüfte Gebärdensprachdolmetscherin und Herausgeberin einiger CD-Roms für gehörgeschädigte Kinder.
Iris Groschek, 12.12.2003, www.kinder-stadt.de
Mit "Diagnose hörgeschädigt" hat das Autorenteam Olaf Fritsche und Karin Kestner ein Buch geschrieben, auf das wir Eltern hörgeschädigter Kinder schon lange gewartet haben. In einer gut verständlichen Sprache werden schwierige Sachverhalte so erklärt, dass auch ein Laie sie versteht. Ein so komplexes und mit Emotionen belastetes Thema, wie "Das Leben mit einem hörgeschädigten Kind", wird in einem neutralen Ton von vielen Seiten beleuchtet. Und immer wieder wird das hörgeschädigte Kind in den Mittelpunkt gestellt, als ein kleiner Mensch, mit Stärken und Schwächen, der nicht auf seine Beeinträchtigung reduziert werden möchte.
Besonders für die Zeit nach der Diagnose ist dieses Buch ein hilfreicher Wegweiser. Es bietet einen Überblick über alle Themen, die betroffene Eltern beschäftigen - aber auch grundlegendes Wissen z.B. über die Funktionsweise des Gehörs und mögliche Schädigungen. ...
Meiner Meinung nach ist dem Autorenteam eine sehr gute Mischung aus Ratgeber und Nachschlagewerk gelungen. Man spürt, dass die Autoren nicht nur fachlich kompetent sind, sondern auch viel Kontakt zu Betroffenen haben, um genau zu wissen, was uns Eltern beschäftigt, welche Fragen uns bewegen und wo ein Informationsbedarf besteht. Am Ende fast jeden Kapitels finden sich Literaturlisten, die eine Vertiefung der Themen ermöglichen. ...
Besonders gut gefällt mir, dass immer wieder der Blick auf die Familie gelenkt und um Verständnis für das Kind geworben wird. ...
Da ich selbst seit einigen Jahren Elternarbeit mache, freue mich, jetzt dieses Buch zur Hand zu haben um es neuen Eltern in die Hand geben zu können.
Katja Belz, Berlin, 20.11.2003
Hier die vollständige Rezension aus: Das Zeichen
Das hier vorgestellte Buch kommt zur rechten Zeit: Im Interesse der Menschen mit eingeschränktem/ fehlendem Hörvermögen und ihrer Lebenssituationen führen Karin Kestner und Olaf Fritsche kompetent, sachlich und bemerkenswert differenziert die positive Entwicklung fort, die erst vor einigen wenigen Jahren eingesetzt hat und sich dennoch bereits auf ihren Lorbeeren auszuruhen scheint.
Obwohl die Autorin/ der Autor in keinem Wort den belehrend erhobenen Zeigefinger versteckt haben, vermittelt der Buchinhalt durchgängig die Intention, Menschen primär in ihrem individuellen Menschsein anzunehmen. Auf diese Weise steht an erster Stelle die Begegnung von Mensch zu Mensch, auch wenn das komplexe Persönlichkeitsprofil eines Mitmenschen als eines der vielen Merkmale ein eingeschränktes oder fehlendes Hörvermögen aufweist.
Ebenfalls indirekt wie nachhaltig räumen Karin Kestner und Olaf Fritsche mit dem jahrtausende alten Irrtum auf, dass man Menschen mit eingeschränktem/ fehlendem Hörvermögen aufgrund der daraus folgenden beeinträchtigten/ nicht vorhandenen Möglichkeit zum stimmlichen Sprechen grundsätzlich auch einen geistigen >Defekt< unterstellen und sie daher dem Personenkreis der - nach heutigem Wortlaut - Menschen mit >geistiger Behinderung< zuordnen muss. ...
© Franziska Schäffer, Sonderschulpädagogin, Berlin, 11.2003
Lesen Sie hier die vollständige Rezension
... Von der ersten Diagnose im Säuglingsalter über die ersten gemeinsamen Jahre bis zum Eintritt des Kindes ins Berufsleben - in "Diagnose hörgeschädigt" begleiten Karin Kestner, staatlich geprüfte Gebärdensprachdolmetscherin und intime Kennerin der Gehörlosenproblematik, und Dr. Olaf Fritsche, Biophysiker und Journalist, einfühlsam und ausführliche Hilfestellung für betroffene Eltern, die auf einen Schlag mit der schwierigen Problematik Gehörlosigkeit konfrontiert werden. Ein notwendiges Buch.
stern.de, 22.05.2003
Hier die vollständige Rezension
Euer Buch finde ich hervorragend! Das sollte jeder Gehörlosenkindergarten / Gehörlosenschule für die Eltern zur Pflichtlektüre machen. Vielleicht könnt ihr das den Schulbehörden Nahe bringen, damit sie es bei dir kaufen und den Schulen und Eltern zur Verfügung stellen.
Viele Grüße Jens, 22.05.2003
Das hätten wir schon eher brauchen können: Ein Mutmach-Buch für Eltern. Für Eltern, die am Abgrund, vor dem tiefen schwarzen Loch stehen, oder vielleicht schon hineingefallen sind. Ihnen hilft sicher nicht ein Schulterklopfen und ein "Wird schon werden!" - nein, sie brauchen Hilfestellungen, handfest, mit neutralen Informationen und vor allem auch mit Mitgefühl. ...
Hier die vollständige Rezension von Bernd Rehling vom www.taubenschlag.de